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Sencha Tenkaichi

Sencha Tenkaichi InfusionUngewöhnlich dunkelgrün — fast schwarzgrün — vereinnahmt dieser Haufen von Blättern und “dust” mein Teesieb und droht, das frisch gekochte Wasser in der Kanne in eine völlig unappetitliche, schwarze Brühe zu verwandeln. Es sieht so aus, als hätte ich hier einen etwas älteren Sencha, denn das Verpackdatum auf der Vakuumtüte fehlt — schade — lediglich haltbar ist er bis zum Dezember dieses Jahres. Es handelt sich um eine, Schwarzteetrinker würden First Flush sagen, Frühlingspflückung aus Shizuoka, eine Region, deren Tees ich nur mit dem Namen der Gegend beschreiben kann, denn Shizuoka bietet etwas spezielles.

Beim schnellen Sprung ins Wasser verströmt der Sencha Tenkaichi einen enormen Duft, der überall im Zimmer stehen bleibt, während in der Kanne das Wasser seine Farbe, nicht wie bei schwarzem Tee, wo sich ein klar unterscheidbarer Dunst langsam aber beobachtbar verteilt, gleichmäßig dunkelgrün zu trüben beginnt. Ziehzeit 1,5 Minuten — man gibt sich zackig, ich halte mich daran. Die Infusion an Land sieht nun aus wie frisch geschnittenes Gras nach einem Regen, von der schwarzen Raupe ist nichts mehr zu sehen.

Der erste Schluck schmeckt kräftig, wischt das Vorangegangene beiseite, man möchte nicht teilen. Mal schauen, ob der Herr sich das leisten kann. Jener herbe Geschmack nimmt ein Aroma von Gras an und erinnert an Frühling, das japanisch fischige mischt sich unter — nur sehr leicht jedoch. Dann tritt ein sonderbar herbe Würze hervor, sie erinnert an Baumrinde und wieder etwas, für das ich noch keinen Vergleich gefunden habe. Der Tee ist sehr weich, spült angenehm und entgegen anderer Genussmittel, die ihre Reise zum Magen oft gar nicht abwarten wollen, regt er zum spielen an. Ist er dann runter, bleibt sein Geschmack und das nicht nur ein paar Sekunden. Es ist so, als hätte man seinen Gaumen mit einem Extrakt der Infusion eingepinselt — ein kräftiges japanisches oder chinesisches Gebäck stelle ich mir als guten Begleiter vor.

Insgesamt ein recht unscheinbarer Tee, dessen Geschmack gern im Mittelpunkt steht und da auch ruhig eine Weile bleiben darf. Mit seinem herb/frischen Charakter ist er eher ein Getränk für Leute, die den Geschmack japanischer Tees schätzen.

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  1. 20. April 2008, 15:34 | #1

    also diese DDR Tapete im Hintergrund ist ja vollends genial.
    Eine Frage zur Optik, meinst du wenn du ein Bild von frisch gekochten Spinat in die News getan hättest, es wäre wem aufgefallen?

    Vielleicht ums optisch hervorzuheben, doch ein wenig das Teesieb mit ablichten und dazu passend die Teefarbe in einer weißen Tasse tee. Denn das ist wohl am wichtigsten. Aber eine schöne Idee, wegen des Tees.

  2. 20. April 2008, 15:45 | #2

    Zum Thema weiße Tasse nochmal. Also das ist auch in ganz anderer Hinsicht gut. (mach mal die schrift größer ich erkenn was nicht was ich schreibe). Also eine weiße Tasse ermöglicht einen weißabgleich im Nachhinein, So hast du objektiv gesehen einen objektiven Farbvergleich der Teesorten, denn dein Bildchen in der vorigen news ist leicht überbelichtet und gibt kein realistisches Bild ab so ich mir denke. Mag vielleicht an einer “günstigen” Digitalkamera liegen. Aber ist ja nur ein Vorschlag und eigentlich auch nicht mein Bier, also Tee hier im dem Falle ;) .

  3. João Gill
    20. April 2008, 19:27 | #3

    Mhhh Spinat — könnte man dafür halten. Der Gedanke ist mir bisher noch nicht gekommen.
    Ja die weiße Tasse für den Tee ist üblich, dummerweise hab ich keine weißen Tassen, nur gaaaanz kleine Schälchen, die werd ich später mal fotographieren.

    Eigentlich bin ich gar nicht an realistischen Farben des Tee interessiert. Dafür hab ich gar nicht die Ausrüstung und das Wissen — meine Kamera ist wirklich alt und reicht gerade so um etwas sichtbares in den Rechner zu bekommen. Vielleicht kannst du mich zu einem netten Dokument verweisen, das mir etwas über Weißabgleich erzählt, vielleicht ist das Ergebnis ganz nett.

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