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Archiv für die Kategorie ‘green tea’

Sencha Tenkaichi

12. April 2008

Sencha Tenkaichi InfusionUngewöhnlich dunkelgrün — fast schwarzgrün — vereinnahmt dieser Haufen von Blättern und “dust” mein Teesieb und droht, das frisch gekochte Wasser in der Kanne in eine völlig unappetitliche, schwarze Brühe zu verwandeln. Es sieht so aus, als hätte ich hier einen etwas älteren Sencha, denn das Verpackdatum auf der Vakuumtüte fehlt — schade — lediglich haltbar ist er bis zum Dezember dieses Jahres. Es handelt sich um eine, Schwarzteetrinker würden First Flush sagen, Frühlingspflückung aus Shizuoka, eine Region, deren Tees ich nur mit dem Namen der Gegend beschreiben kann, denn Shizuoka bietet etwas spezielles.

Beim schnellen Sprung ins Wasser verströmt der Sencha Tenkaichi einen enormen Duft, der überall im Zimmer stehen bleibt, während in der Kanne das Wasser seine Farbe, nicht wie bei schwarzem Tee, wo sich ein klar unterscheidbarer Dunst langsam aber beobachtbar verteilt, gleichmäßig dunkelgrün zu trüben beginnt. Ziehzeit 1,5 Minuten — man gibt sich zackig, ich halte mich daran. Die Infusion an Land sieht nun aus wie frisch geschnittenes Gras nach einem Regen, von der schwarzen Raupe ist nichts mehr zu sehen.

Der erste Schluck schmeckt kräftig, wischt das Vorangegangene beiseite, man möchte nicht teilen. Mal schauen, ob der Herr sich das leisten kann. Jener herbe Geschmack nimmt ein Aroma von Gras an und erinnert an Frühling, das japanisch fischige mischt sich unter — nur sehr leicht jedoch. Dann tritt ein sonderbar herbe Würze hervor, sie erinnert an Baumrinde und wieder etwas, für das ich noch keinen Vergleich gefunden habe. Der Tee ist sehr weich, spült angenehm und entgegen anderer Genussmittel, die ihre Reise zum Magen oft gar nicht abwarten wollen, regt er zum spielen an. Ist er dann runter, bleibt sein Geschmack und das nicht nur ein paar Sekunden. Es ist so, als hätte man seinen Gaumen mit einem Extrakt der Infusion eingepinselt — ein kräftiges japanisches oder chinesisches Gebäck stelle ich mir als guten Begleiter vor.

Insgesamt ein recht unscheinbarer Tee, dessen Geschmack gern im Mittelpunkt steht und da auch ruhig eine Weile bleiben darf. Mit seinem herb/frischen Charakter ist er eher ein Getränk für Leute, die den Geschmack japanischer Tees schätzen.

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Kukicha

7. April 2008

Kukicha InfusionDieser Kukicha präsentiert sich fast als Stellvertreter des japanischen Grüntees. Die Farbe des ersten Aufguss’ hat das typische, leuchtende Grün, das hier überdurchschnittlich hell ist und den schwebenden Dust, der sich in der Mono Filio wie ein Bett auf dem Grund sammelt. Der zweite Aufguss leuchtet kaum mehr und entwickelt sich zu einem matten, sehr seichtem Grünton.

Aufguss Eins ist sehr kräftig und wird vom typischen — so typisch wie dieser Tee nur sein kann — Fischgeschmack der Japaner geprägt. Eine wohlwollende Hand braucht der Tee, denn bei zu hoher Wassertemperatur und zu langer Badezeit bittert er, leider bietet die Ziehzeit, in der er seinen Geschmack entwickelt, nicht genug Toleranz, um verschiedene Geschmacksrichtungen und Geschmacksstärken hervorzubringen. Dieser Tee kennt unterhalb des Optimums fast nur “zu wässrig” und oberhalb “schon bitter” kaum andere Geschmäcker. Je nach Menge entblößt er mehr oder weniger von seinem Aroma, um jedoch eine gute Kanne zu brauen, bedarf es schon einer ungewöhnlich großen Menge der fein gehackten Blätter und Stengel — wie sie den Kukicha zeichnen.

Trotz seiner Gewöhnlichkeit ist er zur Zeit mein Alltagstee, was u. A. an seinem Preis liegt. Er bietet kein besonderes Erlebnis, entgleist aber auch nicht und das schätze ich an ihm — er ist Bodenständig und erschwinglich. Dieser Kukicha ist kein Tee, den man aufmerksam genießen muss, nein, er ist eine Erfrischung mit dem typischen Geschmack, den ich lieb gewonnen hab. Zudem sind selbst große Mengen für den Geldbeutel verträglich, denn — selten gibt es so brauchbare Tees in diesem Preissegment — besonders aus Japan.

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Jin Shan Shi Yu

6. April 2008

Der Tee überzeugt schon optisch durch seine leicht gekräuselten , feingliedrigen Blätter. Die intensive grün und herb anmutende Infusion kreiert eine blassgelbe Tasse, deren Zartheit angesichts der kräftigen Aromen verwundert. Geschmacklich ruft der Jin Shan Shi Yu frische, herbe Empfindungen hervor, mit einem cremigen Nacherleben, der mit jedem Schluck ein wenig den Gaumen kitzelt.

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